Arztwechsel


Soll ich? Oder besser doch nicht - den Arzt wechseln?

Diese Entscheidung habe ich mir nicht einfach gemacht! Gab es doch Begegnungen mit meinem Arzt, die konstruktiv und freundlich verliefen und mich zufrieden stellten. Und die netten Arzthelferinnen, bei denen die Blutabnahme fast ein Genuss war! Was hatte ich da für negative Erfahrungen im Krankenhaus machen müssen, als der junge Arzt meine Venen nicht traf - auch nicht auf dem Handrücken, wo sie so deutlich zu sehen sind. Und jedes Mal untersuchte mich ein anderer Arzt. Nein, das wollte ich nicht mehr und entschied mich für einen niedergelassenen Onkologen. Und den sollte ich nun nach drei Jahren wechseln? Ich wägte das Für und Wider ab, ging mit mir zu Gericht und hielt mich für eine informierte, mitdenkende und vielleicht auch zu anspruchsvolle Patientin - bis ich diesen Artikel las:

"Grundlage und Voraussetzung für ein Gelingen der Behandlungen der Therapien ist ein Vertrauensverhältnis zum Arzt. Damit dieses Vertrauen entstehen kann, muss ich dem Arzt meine Erwartungen an ihn, meine Vorstellung zu der Krebserkrankung und ihrer Therapie und meine Befürchtungen und Zweifel mitteilen.
Meine Offenheit und Ehrlichkeit ist die Voraussetzung für ihn, sich entsprechend zu verhalten. In Situationen, wo ich eine andere Einschätzung oder Meinung habe oder auch andere Wege gehe als er vorschlägt, sollte er es tolerieren und mich weiter begleiten.
Ich muss alle meine Fragen stellen, ich habe ein Recht darauf, dass sie ernst genommen und beantwortet werden. Es gibt keine dummen oder unpassenden Fragen. Ich muss auch meine Fragen wiederholen, so lange bis ich das Gefühl einer befriedigenden Antwort habe.
Ich darf und ich sollte bei für mich wichtigen Gesprächen und Ereignissen meine Vertrauensperson mitbringen. Ich muss nicht alles alleine schaffen und nicht immer "stark sein". Vier Ohren hören mehr, und wir können die Antworten nachbesprechen. Der Begleitperson fällt es manchmal aus ihrem Abstand leichter, mein Anliegen anders zu formulieren und deutlich zu machen." (Autor: A. v. Kries in der Reihe: Leben mit Krebs - cell pharm Hannover)

Jeder Gedanke dieses Artikels betraf mein Problem im Umgang mit meinem behandelnden Arzt. Ich war nun ganz sicher, dass ich wechseln musste und bin froh, diesen Schritt getan zu haben.

Brigitte Mews

 
       
     
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